Sonntag, 1. Oktober 2017

Was so alles in letzten Woche passiert ist...

So es gibt wieder einiges zu berichten.
Ich bin schon 3 ganze Wochen in Kenia und seit 2 Wochen im Projekt und in der letzten Woche ist auch so einiges passiert.
Wo fange ich an… okay, lasst mich euch erst einmal von meinem spektakulären Wochenende erzählen. Da wir nicht dazu verpflichtet sind am Wochenende auf der Arbeit zu sein, haben wir uns dazu entschieden wieder zu unseren Gastfamilien zu fahren, um etwas Abwechslung in den Alltag und das Essen zu bekommen. Also gings am Freitag los nach Buruburu, mit einem halbvoll gepackten Backpacker geschwind aufs Motorrad gesprungen, und 10 Minuten versucht nicht hinten rüber zu kippen. Hat funktioniert und die Waden hab ich gleichzeitig auch noch eben trainiert! :D
Da ich mir ziemlich sicher war, das wir uns mit Sicherheit verfahren/laufen werden, hat uns mein großartiger Mentor in der Innenstadt in Nairobi eingesammelt und siehe da, wir hätten im Leben nicht zu den richtigen Matatus gefunden. Aber der Moment, wenn man aussteigen muss und man keine Ahnung hat und man plötzlich ein bekanntes Gesicht sieht! Erleichterung pur!
So ein Backpacker ist ja eigentlich ein ziemlich geniales Teil, aber sehr unpraktisch in den sehr engen mit viel zu vielen Menschen besetzten Party Bussen! Denn von dem einen Matatu gings ins nächste Richtung Buruburu. Dort angekommen gings erstmal zur Gastfamilie, kurz den Abend geplant, fertig gemacht, was gegessen und los gings mit meiner Mitfreiwilligen und den Jungs von der Organisation in eine Bar.
Ein sehr angenehmer Moment als wir in die Bar eintraten und hinsetzten und NIEMAND uns anstarrte oder direkt angesprochen hat. Da ich sehnsüchtig auf mein erstes kenianisches Bier gewartet hab, gabs das dann natürlich auch sofort und es schmeckt sooo gut!
Es folgte das ein oder andere Bier, dann wurde das Tanzbein geschwungen und plötzlich war es halb 4 morgens. Höchste Zeit für´s Bett!
An den kenianischen Tanzstil muss man sich auch erst einmal gewöhnen, aber feiern tun diese Menschen jedenfalls sehr gerne und ausgiebig! (Wer mich gut kennt, denkt sich jetzt bestimmt „ na da ist sie ja genau richtig“ ).
Morgens um 9 wurde ich liebevoll von dem Hahn vor meinem Fenster geweckt, da das ja noch nicht genug war, hatte ich auch noch einen fürchterlichen Hangover.
Lag noch ne Weile im Bett, hab dann noch Frühstück bekommen, mit den Mentoren zu Mittag gegessen, mit Judith paar Sachen eingekauft und dann gings wieder ins Bett.
Dann kam noch eine Freiwillige die eine Nacht bei meiner Gastfamilie bleiben sollte, aber die kannten die schon, die war schon vor einigen Jahren mal als Freiwillige in Kenia. Wir haben uns dann stundenlang unterhalten bis meine Gastschwester nach Hause kam mit der wundervollen Idee feiern zu gehen.  Jetzt ratet mal, wie das ausgegangen ist… richtig, geschwind fertig gemacht, gegessen und los gings in die Innenstadt von Nairobi in den ersten Club… dann in den 2…. Dann in den 3…. Dann in den 4… Einige super coole Leute kennen gelernt und neue Nummern eingesammelt, eine wahnsinnig witztige Nacht gehabt und um halb 6 gings dann auch heim. Genug gefeiert! Aber ich muss sagen die Kenianer sind einfach soo wahnsinnig liebe und freundliche Menschen! Es war zwar schon komisch als einzige Weiße im Club zu sein( dabei wurde uns am Anfang gesagt das wir versuchen sollen nicht so viel Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen… Witzig! ), aber man gewöhnt sich schnell dran.
Partywochenende vorbei und Krissy krank! Na großartig. Nachdem mich Sonntagabend noch ein fetter Migräneanfall überwältigte und die Judith bis abends noch mit dem Enkel  ihrer Gastmutter unterwegs war gings dann erst am Montagmorgen für uns zurück zur Arbeit.
Montagmorgen 8 Uhr, der erste Versuch selbstständig von Buruburu zu Arbeit zu kommen… ist natürlich missglückt!
Nachdem wir verwirrt halb ins Matatu gezerrt wurden und der Typ natürlich nicht richtig verstanden hat wo wir hin wollten, mussten wir dann irgendwo im nirgendwo aussteigen und es war definitiv nicht Nairobi town. Mal eben Frühstück geholt, nach dem Weg gefragt und in die richtige Richtung gefahren. Dort angekommen hat uns noch ein sehr netter junger Herr sogar ein Stück begleitet auf dem Weg zu den Matatus Richtung Limuru. Dann sind wir auch endlich heile und noch vor dem Mittagessen im Projekt angekommen. Den Rest des Tages bin ich wie ein Zombie durch die Gegend gewandert… das ging dann bis Dienstagmittag so, denn dann gings ins Krankenhaus weils mir wirklich, wirklich schlecht ging! Kurz gewartet, in Finger gepiekst wurd mir auch noch. Ergebnis: Kein Malaria, dafür ne bakterielle Infektion und zu niedriger Blutdruck. Nicht mal 3 Wochen in Kenia und ich darf gleich Tabletten schlucken, Respekt dazu!
Die darauf folgenden Tage lag ich viel im Bett und hab mich ausgeruht, hat auf jeden fall geholfen!
Da wir ja immer noch nicht Unterrichten und noch etwas verloren hier sind, was Arbeitsaufteilung an geht hab ich somit auch nichts verpasst. Am Mittwoch war dann Team und bis dahin sollten wir auch entscheiden was genau wir unterrichten. Nachdem wir unsere Wünsche geäußert haben, ging die Diskussion für die nächsten 2 Stunden auf Swahili los. Also das ist mal ein Team was definitiv eine Supervision braucht. Alles super liebe und nette Menschen, aber als Team funktionieren die einfach nicht. Wie denn auch wenn man sich die ganze Zeit nur anschreit und sich gegenseitig nicht ausreden lässt. Da habe ich gleich bereut das ich mich jemals über mein altes Team aufgeregt habe!
Jetzt hoffe ich nur noch das der Stundenplan gedruckt wird und wir ab Monat endlich anfangen können, Englisch, Mathe und Sport zu unterrichten, was ganz gut passt, da ich bis dahin auch wieder fit bin.
Dann hab ich noch ziemlich viel und ziemlich lange mit der einen Lehrerin geredet, die uns von Anfang an so offen gegenüber getreten ist und uns alle Fragen beantwortet. Sie hat viel über das Schulsystem in Kenia erzählt und das es mittlerweile so ist, das jede Schule in Kenia inklusive Klassen hat, mit behinderten und nicht behinderten Kindern. Die Lehrer und Lehrerinnen an vielen Schulen können Gebärden, damit auch taube Schüler dem Unterricht folgen können. Auf jeden Fall eine ziemlich coole Sache!!
Auch das Lebensmotte der Kenianer ist sehr bewundernswert, denn es besteht aus Geben!
Zum Beispiel hat einer unserer Schüler Hörgeräte bekommen, vom Staat finanziert.
Ich dachte auch die ganze Zeit das behinderte Menschen in Kenia es sehr schwer haben in die Gesellschaft eingegliedert zu werden. Das stimmt so gar nicht! Klar auf dem Dorf, fehlt da noch etwas die Akzeptanz aber ansonsten in den Großstädten und jetzt auch in den Schulen, kämpft die Regierung immer mehr dafür das diese Menschen auch ein der Teil der Gesellschaft sind. Weiter so Kenia! Das haben die Schüler hier definitiv verdient, weil alle hier so wundervolle Menschen sind und ich mittlerweile schon jeden einzelnen in mein Herz geschlossen hab!
Aber ich bin nicht nur aufs selber unterrichten gespannt, sondern ich lerne hier auch wahnsinnig viel dazu! Ihr könnt euch nicht vorstellen wie angenehm es ist, Zeit für sich zu haben! Ich versuche aber immer noch meine Handy Zeit zu minimieren. Ich bin ja eh so ein kleiner Naturbursche und hier verbringe ich einfach fast den ganzen Tag draußen und es tut so gut! Morgens um 7 über den Hof zur Küche zu laufen um heißes Wasser zum Duschen zu holen oder auch Tee, kein richtiges Klo zu haben, sich abends in der Küche am Feuer zu holen oder morgens im Zimmer Brot mit Schokoladenaufstrich, Peanutbutter oder Marmelade zu essen, da ich das Frühstück hier nicht mag und wir uns selbstverpflegen. Praktisch wenn man ein Taschenmesser dabei hat, Obst gibt’s natürlich auch jeden Tag dazu und ein paar Kekse dürfen nicht fehlen. Man wird richtig kreativ als Freiwillige :D
Und da es jeden Abend das gleiche zu Essen gibt, hab ich es mal mit instant Nudeln versucht. Heißes Wasser aus der Thermoskanne in eine Tasse mit den Nudeln, ein paar Minuten warten, Gewürz rein, Tadaaaa, sehr nahrhaftes und vitaminreiches Abendessen.
Da es mir nach ein paar Tagen ausruhen schon besser ging, bin ich am Freitag bei dem legendären „Nature Walk“ mitgegangen. Wir haben eine ziemlich große Runde gemacht und die Kids sind immer ganz begeistert von meiner Kamera und posieren dann immer ganz aufgeregt. (Bilder folgen)
Außerdem ist dieser Spaziergang ganz praktisch dafür mit den Lehrern noch mehr ins Gespräch zu kommen und auch den Kids näher zu kommen in dem man einfach mit denen herumalbert.
Da ich noch nicht ganz fit bin und unter Antibiotikum steh und wir am Samstagabend eh Aufsicht haben, da die eine Lehrerin die sonst immer hier schläft nicht da ist, sind wir das Wochenende auf der Arbeit. Der Tag wurde genutzt um unser Zimmer mal wieder zu putzen ( es wurde höchste Zeit) und da ich grade dabei bin stricken zu lernen und wir in der Stadt Nadeln und Wolle geholt haben, verbringe ich meinen Samstagabend mit stricken im Bett. Wieso auch nicht ?! :D
Apropo Stadt, wir sind nach Limuru Town gefahren um paar Sachen zu besorgen. Bzw. haben wirs versucht, hat nicht ganz hingehauen. Zu erst saßen wir in einem Matatu wo überall lebende Hühner waren. Unter den Sitzen, hinten im Kofferraum… kurze Schockmoment. Dann irgendwann haben wir festgestellt das wir nicht dahin fahren wo wir hinwollten. Also nachgefragt, Tatsache! Der war auf dem Weg nach Nairobi. Da wollten wir ausnahmsweise mal nicht hin. Also ausgestiegen, auf die andere Seite gelaufen, 10 Minuten lag den Typen erklärt das wir nicht mit denen mit dem Motorroad fahren wollen und dann kam auch schon unser Matatu. Ich saß ganz vorne und habe 20 Minuten gebetet das wir heile angekommen. Ich werde mich NIE WIEDER über die Fahrweise der Stuttgarter aufregen! NIE WIEDER!
In Limure angekommen haben wir erstmal was zu essen gesucht und  haben ein super cooles Restaurant gefunden. Ich hätte nicht gedacht das man sich sooo über Essen freuen kann, als meine Pommes, meine Chicken Wings und das bisschen Salat vor mir stand und es sooo unfassbar gut geschmeckt hat!! Die werden in Zukunft neue Stammgäste haben!
Anschließend haben wir noch paar Sachen eingekauft, die Frauen am Obststand kennen uns mittlerweile auch schon :D und dann gings wieder zurück.
Was eine aufregende Woche. Das wars erstmal :D

Cheerio.
 Kurze Pause beim Nature Walk

 Und einmal posieren bitte :D


 Mein neuer Freund Mr. C
 Kleine Aufmunterung während ich krank war
 Wenn man keine küche hat muss man eben kreativ werden. Ananas schneiden auf nem Teller auf dem Boden
 1. Partyabend mit kenianischen Bier
 Umit den besten Mentoren Eugene und Dominic
 Malstunde mit den Kids
 Und arbeiten muss natürlich auch sein
 Was macht man wenn das Auto voll ist? Richtig sich in den Kofferraum quetschen. Autofahrt mit 11 Leuten #Leben am Limit
Einer meiner Lieblingsschüler Sonnenschein Sami und teacher Martin

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Mein erster Besuch aus der Heimat.