Montag, 4. Dezember 2017

Lasset das Chaos beginnen

Nach den letzten paar Wochen Work camp haben Emma und ich uns entschieden das 2. Work camp nicht bis zum Ende mit unserer Anwesenheit zu beehren, sondern dies frühzeitig zu verlassen.
Ich habe versucht einen Reiseplan quer durch Kenia zu erstellen, mal schauen wo wir so landen werden :D
Erster halt: Migori.

Dort wohnt nämlich die Schwester von Emmas Hostmum und die haben wir als erstes besucht.
Nach einer langen und anstrengenden Fahrt kamen wir in Migori an, mussten dann auch noch eine Weile warten ( Kenyan time, nennt man sowas auch ) und dann wurden wir von der Evelyn herzlichst empfangen und mit Piki pikis vor ihre Tür gefahren.
-          Kurzer Einwand, vor unserer Reise habe ich versucht mich damit auseinander zu setzen, was denn so passieren könnte, wenn zwei weiße junge Frauen allein durch Kenia unterwegs sind.
Da wir ja die weißen reichen sind, wird halt immer versucht uns abzuziehen und die Preise für alles steigen bei unserem Anblick abrupt in die Höhe.
Blöd nur wenn man jemand einheimischen dabei hat und somit zumindest einige Preise schon weiß und somit geht das ewig lange diskutieren los.
 Zuhause angekommen konnten wir uns etwas ausruhen und die beiden Kinder kennen lernen.
Eine wahnsinnig aufgeschlossene, freundliche und herzenswarme Familie 😊
abends haben uns dann noch die Gegend angeschaut und in der Nähe ist ein Hotel, wo die Evelyn jeden kennt.  Beim Sonnenuntergang und einem kalten Krest (bitter Lemon und soo gut!!), haben wir eine ganze Weile gequatscht die Evelyn hat uns von ihrer Arbeit erzählt, dazu später mehr.

Da die Kenianer ein sehr gläubiges Volk sind und der Gang zur Kirche zur Sonntagsbeschäftigung gehört, konnte ich mich nicht davor drücken. Also ging es nach dem Frühstück in die Kirche.
1 Stunde, 2 Stunden, 3 Stunden,…. Nach der 4. Stunde sind wir dann aber doch gegangen.
Ich akzeptiere wirklich jeden glauben, aber das ist auf Dauer doch ganz schön anstrengend, auch wenn der Pastor ziemlich viel für uns übersetzt hat und wir uns als „Visitors“ auch noch persönlich vorstellen mussten. Aber das ist tatsächlich das schöne hier an den Gemeinden, egal in welche Kirche ich gehe, man wird immer begrüßt und herzlich Willkommen geheißen.

Da fast 4 stunden sitzen nicht genug war, ging es dann direkt danach mit der Tochter zum Friseur, da ich mir unbedingt Rastas machen lassen wollte. Erstmal konnte ich mich ewig lang nicht entscheiden welche Farbe ich möchte, dann haben wir auch noch die falsche Länge mitgenommen. Die Friseurin hat dann aber schon mit den kurzen Strähnen angefangen und die anderen beiden sind dann schnell zurück in Laden gelaufen und haben die richtige Länge geholt. Nach weiteren 4 Stunden stillsitzen, war es dann vollbracht. Ganz schön schwer so viele Haare auf dem Kopf zu haben, aber ich war begeistert und überglücklich. Zurück zum Haus sind wir dann auch gelaufen, damit unsere Muskeln sich auch mal bewegen, nach dem wir den halben Tag nur saßen :D

Am nächsten Tag hat uns die Evelyn dann zu ihrer Arbeit mitgenommen. Vor einiger Zeit wurde in Migori ein Krankenhaus aufgebaut mit wirklich jedem Bereich, dort arbeitet sie unter anderem mit im Bereich der Aidsvorsorge. Außerdem ist sie Teil eines Teams, dieses Team besucht andere Krankenhäuser um dort vor Ort aktiv Aidsvorsorge zu leisten, welche die Aufklärung und einen Aidstest beinhaltet. Das Krankenhaus welches wir besucht haben ist beindruckend! Kinderstation, Frauenstation, Männerstation, Augenarzt, Labor, Frühchen Station, OP Säle und die Aidsvorsorge, also wirklich alles was man braucht. Und vor allem auch sehr gut ausgestattet. Die Frühchen Station hat Inkubatoren, Beatmungsgeräte, also alles um das Leben der kleinen zu retten. Die Ärzte, Krankenschwester und Pfleger waren super lieb und aufgeschlossen, haben uns alle herzlich begrüßt und konnten unsere unzähligen Fragen beantworten. Außerdem befindet sich auf dem Campus die Schule, welche die Krankenschwester und Krankenpfleger vor Ort ausbildet, um die Theorie direkt in die Praxis umsetzen zu können.
Vollgepumpt mit Infos und Eindrücken neigte sich auch unser letzter Abend in Migori dem Ende. 




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Mein erster Besuch aus der Heimat.