Samstag, 25. November 2017

Workcamp wir kommen

Nach einer Woche bei meiner Gastfamilie gings dann mit den anderen 3 Freiwilligen nach Ahero zu unserem ersten Workcamp.
Kurzer Einwand - Workcamps sind dafür da um Freiwillige aus verschiedenen Ländern zusammen zu bringen und gemeinsam etwas gemeinnütziges zu leisten.
In dem Fall war ich mit ca. 23 anderen Freiwilligen im Workcamp in Ahero, im Westen Kenias in der Nähe vom Viktoriasee.
Eine bunt gemischte Truppe hat mich dort erwartet mit Freiwilligen aus Deutschland,Frankreich,Italien,Holland,Korea,Finnland und Kenia.
Thema des Workcamp war "indigenous crops", also einheimische Pflanzen.
3 Wochen lang haben wir gemeinsam in Ahero Ressource Center gelacht, geschwitzt und gemeinsam etwas gutes getan.
In 3 Gruppen aufgeteilt haben wir in der Zeit Aufgaben erledigt wie construnction (da haben wir ein Haus angefangen zu bauen ), farming ( Gartenarbeit) und Küchendienst (um das Wohl der fleißigen Arbeiter muss ja sich ja auch gesorgt werden).
Vor diesem Workcamp gab es bereits ein, wo schon angefangen wurde das Fundament zu bauen. (Danke an dieser Stelle, das ihr uns die harte Arbeit schon abgenommen habt =P ).
Für uns hieß es dann, Steine schleppen, Zement mischen versuchen mit so wenig Hilfsmittel wie möglich eine grade Wand hin zu bekommen. Stein für Stein nahm  es mit der Zeit Form an und schon nach der ersten Woche konnte man sehen was es werden soll: ein Haus.
bei 28 Grad in der prallen Sonne haben wir geschitzt aber auch gelacht und vorallem Stolz können wir sein Teil des Ganzen gewesen zu sein.
Die farming Teams haben natürlich auch schweißtreibende Arbeit geleistet. Ganze Felder wurden von Unkraut beseitigt, die Erde aufgelockert um neues einzupflanzen.
Die ganzen 3 Wochen haben wir versucht uns so viel wie möglich von dem zu ernähren was dort auch selbst gepflanzt wurde. Wie zum Beispiel Bananen, Papayas, Süßkartoffeln, Spinat, Sukuma (Grünzeug was es nur in Kenia wächst), Cowpeas ( Augenbohnen,ebenfalls nur in Kenia zu finden), Lemongras (frischer Lemongrastee aus Lemongrasblättern ist übrigens sowas von überragend!!) und Kürbis.
Aber nicht nur im Ressource Center haben wir einiges geleistet, auch Community Work stand auf der Tagesordnung. Alleinstehenden Frauen im Dorf haben wir geholfen den Garten wieder in Schwung zu bringen. Nach dem Motto Altes raus und Neues rein, wurde alles rausgerisschen, das ganze Feld umgegraben und Samen gepflanzt damit bald neues Gemüse wachsen kann. Außerdem haben wir noch Papayabäume gepflanz, das dauert natürlich etwas länger bis man die ernten kann.
Dann gabs noch die Küchenteams, die sich um unser Wohl gekümmert und dafür gesorgt haben das es ausreichendes und abwechslungsreiches Essen für alle gab.
Um den eintönigen Speiseplänen der Projekte etwas Schwung zu geben gab es auch mal Nudeln, Süßkartoffeln, Spinat, viele Früchte und alles hat jedesmal sehr gut geschmeckt. Thanks cooking team! :D

Spieleabende, gemeinsames Zusammensitzen am Lagerfeuer bei einem oder zwei Bier oder lange Gepräche über Gott und die Welt bis tief in die Nacht waren die abendlichen Beschäftigungen des Workcamps. Es ist doch immer wieder schön was für interessante Menschen man auf dem Lebensweg begegnet und die Geschichten die man hört und mitnimmt.
Ich hab ziemlich viel gelernt und für mich mitgenommen zum Thema einheimische Pflanzen. Viele Kenianer leben davon, von den Pflanzen und Lebensmittel welche selbst eingepflanzt und geernet werden. Derlandwirdschaftliche Betrieb ist für viele Einwohner die Einnahmequelle um die Familie zu versorgen, durch den Anbau und Verkauf von Obst und Gemüse.
Aber es stand natürlich nicht nur Arbeit auf dem Plan, sondern auch Spaß und Abenteuer.
Um etwas Struktur in das Gruppenleben zu bringen wurden alle in Kommitess eingeteilt. Ich zum Beispiel war im Entertainmentkommitee. Unsere Aufgabe war es Wochenendtrips zu organisieren, Spieleabende zu planen und halt einfach dafür zusorgen die Mitteilnehmer sinnvoll zu unterhalten.

Am ersten Wochenende ging es nach Kisumu zum Viktoriasee, die 2. größte Stadt in Kenia. Dort haben wir eine Bootstour auf dem Viktoriasee gemacht, ziemlich groß muss ich ja sagen, schließlich Grenzen da auch einfach mal insgesamt 3 Länder an. Kenia, Tansania und Uganda - ja ich habe im Erdkundeunterricht aufgepasst =P.
Mit dem Boot voller Freiwilliger gings dann zu einem kleinen Fischerort wo uns gezeigt und erklärt wurde wie genau das denn mit dem Fischen funktioniert. Im Viktoriasee gibt es Tilapia, ziemlich leckerer Fisch übrigens!
Dann gings wieder zurück mit dem Boot, wo das ein oder andere Nilpferd kurz seinen Kopf aus dem Wasser gehoben hat.Bei diesen Zähnen will ich diesem Tier nicht nachts begegen,... okay tagsüber vielleicht auch nicht.
Abends gabs dann einen Spieleabend mit fast allen und anschließend eine klitzekleine Party.
Montagmorgen, ran die Arbeit, das Haus lässt sich nicht von alleine bauen. Beeindruckend was für einen Fortschritt schon nach kurzer Zeit sehen konnte.
Die Woche über stand wieder das gleiche wie die Woche zu vor an. Bis mittags wurde geschuftet und geschwitzt um sich auch ja das Mittagessen zu verdienen und Nachmittags war dann Freizeit angesagt. Waschen, ein Besuch in der Stadt, telefonieren, lesen, oder einfach in der Sonne brutzeln. Außer die Kochteams, die waren den ganzen Tag mit kochen und putzen beschäftigt.
Um auch etwas für die Figur zu tun, standen Fußballspiele an mit den Kindern und dem Fußballteam aus dem Dorf.
Wenn man gegen einen Haufen Energiebündel Fußballspielt und man das erste Tor erzielt.
ERFOLGSERLEBNIS!
Leider hat uns das Wetter das eine oder andere Mal einen Strich durch die Rechnung gezogen und innerhalb kürzester Zeit das Spielfeld in einen See verwandelt... In Wasserpolo sind wir leider nicht so gut, also musste dann auch mal die Fitness pausieren.
Der zweite Ausflug ging gleich mal ein ganzes Wochenende. Auf in den Regenwald!
Morgens ging die lange Fahrt los ins nächste County zum Treffen des stellvertretenden Bürgermeisters, den einer der Freiwilligen der ursprünglich von dort kommt organisiert hat. Es war ganz interessant, da er ebenfalls sozial sehr engagiert ist. Manchmal ist es mir jedoch ein Rätsel, ob die einheimischen wirklich so dankbar für die Hilfe europäischer Freiwilliger ist, oder ob diese nur von den finanziellen Mittel profitieren möchten.
Verteht mich nicht falsch, da ich ja selber europäische Freiwillige bin und mir schon damals die Frage gestellt hab, inwiefern meine Hilfe hier wirklich gebraucht wird oder von was genau solche Projekte im Endeffekt profitieren. Aber es war nur dieser eine Moment des Zweifels, den ich in meinem Projekt aber so noch nicht hatte. Da sind die Meinungen gespalten und werden es auch immer bleiben.
Nach diesem Besuch ging es dann weiter nach Kakamega. Dort haben wir im Haus unseres Guides genächtigt der uns morgens um 4 aus den Betten geschmissen hat.
Völlig übermüdet und entkräftigt haben wir in der früh diesen Berg bestiegen, währenddessen habe ich mir tatsächlich die Frage gestellt warum genau ich mir das antue, oben angekommen hat sich meine Frage mit dem Ausblick über den gesamten Regenwald mit und dem Blick auf den Sonnenaufgang beantwortet. Dies konnte man nur mit einem Wort beschreiben : ATEMBERAUBEND!
Wir haben uns dort oben einige Zeit aufgehalten und unzählige Fotos gemacht.
Nach ein paar kurzen Informationen über den Regenwald von unserem Guide ging dann das große Wandern los. Ein 6-stündiger Spaziergang durch den Regenwald hat begonnen.
Der Versuch leise zu sein um Tiere zu sehen hat nicht ganz so funktioniert, jedoch konnten wir nach einiger Zeit doch noch ein paar Äffchen auf Bäumen kletternd erspähen.
Das Gefühl in diesem Regenwald ist kaum zu beschreiben. Der Geruch, die Natur - pure Tiefenentspannung.
Ihr habt euch wahrscheinlich vorgestellt das ich im tiefsten Urwald mir meinen Weg mit Macheten freikämpfen muss und Gorillas begegnen. Nicht ganz.
Irgendwann als der Verlust des Zeitgefühls schon eintrat konnte ich das Ende sehen, das Tor am Ende eines langen mit Bäumen bepflanzten Weges. Im Garten eines Hotels wo wir auf unseren Bus gewartet haben vielen einige kraftlos zu Boden. Nach einem kurzen oder doch etwas längerem Nickerchen ging es zurück ins Haus wo ein riesen Topf auf 15 hungrige Abenteurer schon wartete.
Nach einer kurzen Pause und Kräfte tanken ging es dann zurück ins Projekt. Was ein Wochenende.
Die letzte Woche brach an und alle haben noch einmal alles gegeben, damit auch etwas erreicht werden konnte.
Der letzte gemeinsame Abend wurde mit einer ordentlichen Party gekührt, bis in die morgenstunden wurde getanzt bis auch der letzte den Weg ins Bett gefunden hatte.
Der morgen danach.... Aufräumen, putzen, packen, verabschieden. Es rollten keine Tränen, aber es gab einige traurige Gesichter. Dann hieß es goodbye Path workcamp ahero, I´ll see you soon.

Stein für Stein...


Zement mischen für Profis


Langsam nimmt es Form an :D


Papayabaum


Bananen Palme 



Cowpeas (Augenbohnen)


Wir machen Chapati :D


and a little sing a long

Spinat

Sukuma

Zwiebel



Lemongras

Kürbis

Grüne Bananen

Ausflug zum Viktoria See

Die Gang




HIPPO!!!



Tilapia






Nach fast 3Wochen

Selbst ist die Frau!


Besuch beim Stellvertretenden Bürgermeister


Unser Haus in Kakamega

Morgens um 6





















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Mein erster Besuch aus der Heimat.