Sonntag, 17. Dezember 2017

Nakuru

Damit wir auch alles ausprobieren, haben wir uns diesmal eine Unterkunft über Airbnb gefunden, vor allem was für eine. Ein Guesthouse mit traumhaften Hosts.
Etwas fertig in Nakuru angekommen, hat unser Host dem Tuk Tuk Fahrer ( ein Gefährt auf 3-Rädern) zu sich dirigiert. Dort wurden wir mit offenen Armen empfangen und waren umso mehr erstaunt, als wir uns das Haus angeschaut haben. Ein bisschen Luxus darf man sich ja auch mal gönnen. Großes Wohnzimmer, Kingsize Betten, eine große Küche mit allem was man so braucht und einem Fernseher mit Netflix :D. Nach einer kurzen Pause, haben wir erstmal ne Weile mit unseren Hosts gequatscht.
Harte Arbeit macht sich bezahlbar, auch in Kenia. Die beiden haben den Großteil ihrer Zeit in ihre Arbeit investiert und sich somit ein sicheres Leben aufgebaut für sich und ihre Kinder.
Während unseres Gesprächs ist mir aufgefallen das Kenianer ziemlich gerne und viele über die Politik im eigenen Land reden. Die Meinungen darüber sind, wie in jedem anderen Land auch gespalten.
Aufgrund der „Tribes“ (Völker), weiß man zum Beispiel von vorne rein welche Countys für wen gestimmt haben. Im Westen leben vermehrt die „Luos“, welche hinter dem Kandidaten Odinga stehen und in Zentral Kenia leben vermehrt die Kikuyus, welche für den derzeitigen Präsidenten Uhuru gestimmt haben. Und dann gibt es noch ein paar Ausnahmen, welche überhaupt nicht mit der Politik und dem Wahlsystem zufrieden sind und sich komplett aus allem raushalten.
Nachdem wir dieses Thema lang genug durchgekaut haben, ging es ans Kochen.
Wenn man einen vollfunktionsfähigen Herd und Ofen zur Verfügung hat, haben wir uns natürlich auch ordentlich daran ausgetobt :D. Da wir nach unserer Ankunft ziemlich platt waren, sind wir nicht nochmal los gefahren, sondern durften ein paar bereits vorhandene Lebensmittel benutzen, es gab Spaghetti mit Tomatensoße und KÄSE! Ein Traum!

Da unsere beiden Hosts so unfassbar entspannte Menschen sind und auch wollten das wir so viel wie möglich sehen und erleben solang wir da sind, hat der Charles geschwind einen Anruf gemacht mit den Worten „let me call someone“ und somit saßen wir am Sonntag in einem Bus nur mit einheimischen auf dem Weg zum Nakuru Nationalpark.
Was ein Erlebnis. Da sitzt man in einem Bus und fährt an Büffeln, Warzenschweinen, Giraffen, Antilopen, Gazellen, Flamingos, Nashörnern und Zebras vorbei. Wahnsinn! Und die Affen die überall total entspannt auf Holzpfosten saßen, uns anschauten und sich bestimmt dachten „was für komische Wesen die uns die ganze Zeit anstarren…“ . Verrückt!
Witzig war auch, als der Guide meinte, das wir besser ja nicht aus dem Fenster fallen sollten, denn sonst würden uns die Buffalos direkt angreifen. Das wäre nicht so vorteilhaft.
Da der See „ Lake Nakuru“ Teil des Nationalparks sind, haben wir da als erstes angehalten.
Erschreckend war nur, das aufgrund der globalen Erwärmung sich der See immer weiter vergrößert und mittlerweile schon eine beachtliche Fläche Land verschlungen hat. Das frühere Büro des Parks musste sogar umsiedeln, da das Wasser immer Näher kommt. Viele Bäume stehen deshalb auch schon im Wasser und sind leider gestorben, aufgrund des hohen Salzwassergehalts. Traurig ist nur das der See sich immer weiter vergrößert und langsam immer mehr Flächen Land einfach verschlingt.
Da die Fenster während der Fahrt auf waren und der ganze Staub nach stundenlanger Fahrt auch im Bus drin war, waren unsere anfangs weißen Klamotten am Ende auch nicht mehr weiß.
Zwischendrin sind wir auch mal ausgestiegen und haben uns einen wunderschönen Wasserfall angeschaut 😊
Und relativ am Ende sind wir nochmal ausgestiegen damit wir näher an die Flamingos und Nashörner konnten, auch wenn die trotzdem noch ziemlich weit weg waren.
Dann haben wir noch eingekauft und es ging wieder zurück ins Haus, es gab nochmal Nudeln, aber diesmal mit Gemüse :D Es muss auch bei Reisen auf die Linie geachtet werden =P
Am nächsten Tag sind wir zum Menengai Crater gefahren. Der sechstgrößte Vulkankrater mit einer Höhe von 2278 und mit einem Durchmesser von 12 km. Da wir noch nicht ganz so sportlich sind, haben wir uns mit Motorrädern hoch fahren lassen.  Nicht ganz das was wir erwartet haben, aber auf jeden Fall ein sensationeller Ausblick. Der Menengai Crater ist ein schlafender Vulkan und hin und wieder kann man tatsächlich noch Rauchschwaden beobachten. Der Kraterboden ist heute ein Naturreservat und mittendrin stehen Kraftwerke, welche die Hitze aus dem Boden in Energie umwandeln, gar nicht so dumm :D  
Damit wir uns trotzdem noch sportlich betätigen, sind wir wenigstens den ganzen Weg runter gelaufen, haben bisschen quatsch gemacht und dabei noch einen atemberaubenden Ausblick gehabt mit dem Lake Nakuru.
Dies wäre eigentlich unser letzte Abend in Nakuru gewesen, aber wir haben uns spontan umentschieden, das wir doch noch eine Nacht länger bleiben :D.
Wenn man schonmal die Möglichkeit sich so zu entspannen, dann muss man das auch nutzen, vor allem wenn man einen Netflix Account besitzt, ging der eine oder andere Abend doch ein paar Stunden länger.
Der nächste Tag war ein Feiertag, wie wir zufälligerweise herausgefunden haben. Da sind wir dann zu den „Bomas of Nakuru“ gefahren, wo wir ziemlich viele Familien angetroffen haben. „Bomas of Nakuru“ ist kein richtiges Museum, eher ein Schauplatz um die kenianische Kultur näher kennen zu lernen.
Neben Tieren wie einem Strauß, Affen, Schildkröten, sogar Kaninchen, konnte man dort quasi von einem Volk zum anderen laufen. Früher und zum Teil auch heute noch in den Dörfern, wurden und werden die Hütten aus Kuhmist gebaut und die Dächer aus Stroh.
Interessant ist aber die Gliederung der Hütten, da sich damals viele Menschen dem Polygamen Lebensstil angepasst haben und es diesen nicht nur in Kenia, sondern in ganz Afrika noch gibt.

Was bedeutet Polygamie eigentlich?

Das Wort Polygamie kommt aus dem griechischen und setzt sich zusammen aus „viel“ und Ehe“ und ist im Bezug auf den Menschen eine Form der Vielehe. Hierbei handelt es sich um einen Mann dem es erlaubt ist eheähnliche Beziehungen mit mehreren Frauen zu haben.
Es gibt in Kenia insgesamt 42 verschiedene Völker mit individuellen Werten, Fähigkeiten, Sprache und Kulturpraktiken. Auch die Angliederung der Hütten unterscheidet sich zwischen den Völker, jedoch gibt es einige die sich ziemlich ähneln.

Die Hütten sind immer in einem Kreis gebaut. Bei einigen „Tribes“ ist das Haus des Mannes in der Mitte und die Häuser der Frauen drumherum. Die erste Frau hat meistens das größte Haus. Die Weiteren Frauen sind nach der Reihenfolge entweder eine gerade oder ungerade Zahl, entweder links oder rechts angesiedelt. Dann gibt es noch in einigen Völker das Haus der Großmutter in der die Töchter meist schlafen. Der Sohn der der ersten Frau hat oft ein eigenes Haus.
Etwas verwirrend das Ganze, aber wenn man sich damit etwas länger beschäftigt, blickt man da irgendwann noch durch.
Genaueres zu den einzelnen Völker, deren Lebensstilen und Kulturpraktiken gibt es bald.

Nach unserem kleinen Ausflug in die Welt der kenianischen Kultur, sind wir wieder zurück.
Die letzte Nacht in Nakuru brach an, bevor unsere Reise weiter ging. 

Lake Nakuru

Unser Bus















Manangai Crater

Kraftwerk im Krater







Bomas of Nakuru:















Maßgeschneidertes Kleid vom Schneider!! :D









Pure Gönnung!

Selbstgemacht: Spaghetti mit Tomatensoße und KÄSE! 




SCHILDI!



Entspannung muss auch sein :)



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Mein erster Besuch aus der Heimat.